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Geschichte

Man kann sagen, dass Tokio hauptsächlich durch zwei Männer an Bedeutung gewonnen hat: Tokugawa Ieyasu und Kaiser Meiji. Im Jahr 1603, nachdem er die kriegerischen Staaten Japans vereint hatte, wählte Tokugawa Ieyasu das damalige Edo (heute Tokio) zur Basis seines Reiches. Aus diesem Grund entwickelte sich die Stadt sehr schnell und wurde bald eine der größten Städte der Welt mit einer Einwohnerzahl von mehr als 1 Million im 18. Jhd.
Obwohl der Kaiser in der kaiserlichen Stadt Kioto wohnhaft war, wurde Tokio de facto zur Hauptstadt Japans.
Seit seinen Anfängen bis zum heutigen Tag hat Edo/Tokio schon immer eine hohe Anzahl ausländischer Einwohner gezählt. Ieyasu selbst war ein Außenseiter, der viele andere Außenseiter dazu bringen konnte, sich aktiv an der Entwicklung der Stadt zu beteiligen. Das Wort "Edokko" (Kind Edos) wird heutzutage immer noch benutzt, um eine Person zu beschreiben, die aus Tokio stammt.
Nach 250 Jahren wurde das Shogunate-Regime umgestürzt um die kaiserliche Macht zu festigen. 1869 zog der erst siebzehnjährige Kaiser Meiji nach Edo, welches zu Tokio umbenannt wurde. Tokio war schon die politische, wirtschaftliche und kulturelle Hauptstadt Japans und der kaiserliche Hof machte es endgültig zum kaiserlichen Hauptsitz.
Tokio musste zwei schreckliche Katastrophen miterleben, von denen es sich aber dennoch erholen konnte. Die erste war das große Kanto Erdbeben 1923, die andere der Zweite Weltkrieg. Die Bombenangriffe 1945 waren fast so verheerend wie die Atombomben in Hiroshima und Nagasaki zusammen. Große Stadtgebiete waren dem Erdboden gleich gemacht. Heute sieht man keine Auswirkungen des Krieges mehr, aber die Erinnerungen bleiben immer wach.
Nach dem Krieg wurde Tokio mit einem vorbildlichen Zug-und U-Bahn-System ausgestattet, welches anlässlich der Olympischen Spiele 1964 der ganzen Welt präsentiert wurde.
In den 70er Jahren wurden viele Hochhäuser erbaut, sowie der neue Narita Flughafen (1978) und die Bevölkerung stieg auf 11 Millionen in der großstädtischen Region an. In den 80ern fand ein wirtschaftlicher Boom statt, der die Bodenpreise in die Höhe trieb und eine sehr reiche Business-Schicht hervorruft. Anfang der 90er sanken die Preise aber wieder drastisch, viele Firmen und Banken mussten um ihr Überleben kämpfen, daher werden die 90er Jahre auch "verlorenes Jahrzehnt" genannt.
In Tokio entstehen auch heute noch viele neue urbane Zentren auf großen Brachflächen. Beispiele hierfür sind das Ebisu Garden Place, Tennozu Isle, Shiodome, Roppongi Hills und Shinagawa. So ist der Stadtteil Odaiba zum Beispiel ein großes Shopping-und Unterhaltungszentrum, welches auf abgewonnenem Land gebaut ist.

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